Möglichkeiten um Steuern zu sparen sollten immer so gut als möglich genutzt werden, denn mal ganz ehrlich… Wer bezahlt schon gerne Steuern?

Lieber hat man mehr Geld für den nächsten Urlaub, ein Auto oder vielleicht sogar ein Eigenheim auf der Seite, als dieses dem Staat in Form von Steuern zu «schenken». Besonders spannend ist in diesem Bereich die Säule 3a mit der man jährlich Steuern spart und gleichzeitig für die eigene Pensionierung Geld sammelt. Mit diesem kurzen Ratgeber wollen wir unseren Leserinnen und Lesern aufzeigen, was es überhaupt mit der 3 Säule auf sich hat.

 

Wie gross ist die Steuerersparnis bei einer Säule 3a?

Altersvorsorge wird vom Staat gefördert und die Einzahlung in die Säule 3a kann von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Je nach Einkommen, Wohnort (Resp. Steuerdomizil) und Höhe des einbezahlten Betrages sind Steuerersparnisse bis zu Fr. 2’000.- jährlich möglich. Nimmt man nun den Taschenrechner zur Hand stellt man fest, dass man über die Gesamte Dauer (je nach Startalter) bis zu Fr. 90’000.- an Steuerersparnis generieren kann. Der maximal Abzugsfähige Betrag (2020) liegt bei Fr. 6826.- pro Jahr für Arbeitnehmer. Selbstständig Erwerbende ohne Pensionskasse dürfen 20% des Nettoeinkommens maximal Fr. 34’128.- pro Jahr einzahlen.

 

Staffelung der 3a Säule

Das Arbeitsleben neigt sich langsam dem Ende zu und die Auszahlung der Säule 3a steht bevor. Nun verlangt auch der Staat einen Anteil des 3a Guthabens in Form von Steuern. Je mehr Geld ausgezahlt wird, desto höher fallen auch hier die Steuern aus. Die Lösung ist ganz einfach, füllen Sie unterschiedliche 3a Gefässe und beziehen Sie diese gestaffelt. Ein 3a Konto oder eine 3a Police (Bank/Versicherung) kann bereits 5 Jahre vor der Pensionierung bezogen werden und wird immer als ganzes besteuert. Gerade für Pensionierte, die sich dazu entschliessen Ihr Pensionskassenguthaben als Kapital zu beziehen, ist es umso wichtiger die 3. Säule zu staffeln, denn Pensionskassengelder und Gelder aus der 3 Säule werden summiert und gemeinsam besteuert.

 

Rendite vs. Sicherheit

Die Produktevielfalt im 3a Bereich ist sehr gross, allgemein unterscheidet man jedoch zwischen Zins- und Wertschriftenkonten. Mit der Negativzinspolitik der SNB sind reine Zinskonten selbst für die konservativsten Sparer sehr unattraktiv geworden. Die Zinssätze der 3a Konten sind zwar höher als die auf regulären Sparkonten, jedoch im Vergleich zu den meisten Anlageprodukten sehr unattraktiv. Im Bereich der Anlageprodukte unterscheidet man zwischen Aktiv und passiv gemanagten Produkten. Die Unterscheidung ist relativ einfach: Aktive Produkte werden von Fondsmanager (Anlageexperten) verwaltet und passive Produkte (ETFs) bilden meist einen Index nach. Auf den ersten Blick erscheint es logisch sein Geld lieber einem Team aus Experten als einer Maschine zu übergeben, doch hier ist Vorsicht geboten.

Das Ziel von aktiven Fonds ist es selbstverständlich, die Maschine welche einen Index ganz einfach nachbildet zu übertreffen. Einem Grossteil der Manager von aktiven Fonds gelingt es nicht, den Vergleichsindex nach Kosten zu übertreffen. Das betrifft praktisch alle Anlageklassen und Marktphasen.

Bei Anlageprodukten gibt es verschiedene Kategorien von Wertanlagen, man unterscheidet Investitionen in:

  • Aktien
  • Obligationen
  • Derivate
  • Rohstoffe
  • Immobilien

Pauschal lässt sich sagen, je höher das Risiko einer Anlage desto grösser ist auch die mögliche Rendite. Risikoreichere Produkte lassen sich daran erkennen, dass grösstenteils in Aktien Investiert wird, bei Sicherheitsorientierteren Produkten werden eher Obligationen gewählt.

 

 

Bank vs. Versicherung

Eine schwierige Frage, mit der unsere Kundinnen und Kunden häufig konfrontiert werden. Hinsichtlich Kapitalbezug und steuerliche Abzugsfähigkeit gibt es keine Unterschiede, hier gelten die gesetzlichen Vorschriften für beide Kategorien. In Bezug auf andere Aspekte gibt es jedoch grosse Differenzen. Bei Banklösungen kommt das gesamte eingesetzte Kapital der Altersvorsorge zugute, Versicherungsprodukte dagegen beinhalten immer einen Versicherungsschutz der vom Kapital abgezogen wird. Banklösungen führen deshalb bei gleich hohen Einzahlungen und gleicher Anlagestrategie zu einem höheren Alterskapital als Versicherungslösungen. Die Bank bietet Ihren Kundinnen und Kunden zudem mehr Flexibilität da man bei der Einzahlung immer selbst entscheiden kann, wie viel man einbezahlen möchte.

Bei Versicherungen, die immer einen Risikoschutz für den Erwerbsausfall, die Invalidität oder den Todesfall enthalten müssen, besteht in der Regel ein jährlicher/monatlicher Einzahlungszwang. Dieser «Sparzwang» kann sich gerade bei jungen Sparern positiv auf die Kapitalanhäufung auswirken. Ausserdem bieten Versicherungslösungen einen umfassenden Schutz für den Aufbau des Altersvermögens, den tritt eine Erwerbsunfähigkeit ein, bezahlt die Versicherung den vereinbarten Betrag weiter für den Kunden ein, damit dieser sein Sparziel trotzdem erreicht.

Ein weiterer grosser Unterschied findet sich bei einem allfälligen Konkurs oder Erbrechtsfall, hier sind Sparer mit einer Versicherungslösung deutlich bessergestellt. Der Saldo eines 3a Bankkontos fällt vollumfänglich in die Erbmasse und wird nach Erbrecht aufgeteilt, wird eine Erbschaft ausgeschlagen gibt es keine Auszahlung und das Geld geht direkt an die jeweilige Bank. Versicherungskapitalien dagegen erlauben eine privilegierte Begünstigung des Ehegatten, Konkubinatspartner oder der Kinder. Die Auszahlung erfolgt auch bei Ausschlagung der Erbschaft, weil Versicherungsgelder nicht in die Erbmasse fallen. Im Konkursfall fallen 3a-Bankgelder in die Schuldmasse, Versicherungsgelder unterstehen dem Konkursprivileg und werden geschützt.

Unser Tipp: Beide Lösungen haben Ihre Vor- und Nachteile, wie bereits erwähnt lohnt es sich mehrere 3a Gefässe aufzubauen. Hierbei empfiehlt es sich auch Bank- und Versicherungsprodukte zu mischen. Bezahlen Sie bei der Versicherung ein, was Sie monatlich ohne Probleme auf die Seite legen können und nutzen Sie die Flexibilität der Bank, um allenfalls weitere 3a Zahlungen vorzunehmen.